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die gesetzestafeln

schwelgend liegt der grund da - schwelgend liegt der grund auf uns, in uns.
- "das kann ja nicht sein!"
nieder mit den disteln, fahr entlang sie ueber deine arme!
sieh' die pracht, die blueten, namen sie verstroemen; narben hinterlassen, sieh!

 

das erste gesetz ist ist eine goldene zwietracht. es befiehlt dich zu stehlen, deine eignen und die der gueldne' befehle. es ist ein rohes gesetz und seine tontafeln beteuern den schritt in das fleisch. es ist ein koenigs-gesetz, und doch zugleich nur gemacht fuer koenigs-knaben, knaben in weißen gewaendern, knaben in milchigen seen. es ist ein adelsgesetz, adel fuer die unfruchtbaren, fuer die verbotenen fruechte. es ist ein gesetz der irrgaertenspiele im hinterhof deiner herrschaft. und es befiehlt: stehle!
stehlen sollst du gold und jugend. stehlen sollst du sonnenschein und ruhe. nehmen sollst du kindlichkeit, und mach sie zu dein eigen, mach sie leiblichkeit, und schinde kindes reigen.
das erste gesetz wird vergraben. du sollst es entdecken, nachdem die sintflut dich ueberspuelt hat. du sollst das gold wieder finden, erst dann, wenn es nichts wert mehr geblieben.

das zweite gesetz geht noch tiefer: es laesst wurzeln schlagen, dunkel und hart ueber gemeinmenschenplaetze, tief und wache erstrahlend in dein auge. es lautet: greife deinen naechsten, wie dich selbst, und bringe ihn zur ohnmacht. sein wortlaut spricht ein leben an, das hoehlen-schluchten schwarz und glitschig, unnahbar und fremd entstehen laesst. termitenbau-gesellschaft. dies' gesetz ist schwer zu folgen, es sagt dir, dass dein name nichts mehr wert ist. sagt dir, deine taten sind vergebens. sagt dir, auf dem weiten platze großen marktes, steh allein! bau dir ein schild aus dunkelheit. bau dir ein heim am rande oeffentlichen lebens.
du wirst erst wieder wachen, wenn du keine zeit mehr hast, zu leben. wirst erst wieder schluchten-hoehlen wuchern lassen mit den kraeftigsten und fruchtigsten der pflanzen, wirst erst wieder klettern zwischen den fassaden, auf den plaetzen wieder gleiten, springen, wenn ein name, tief in dunkler nacht, in deine arme faellt!

das dritte gesetz lautet: unrath tu' der meisterschaft wohl an! unrath treib' in deine seel', und nie mehr werde glueckserfuellt daran! dies ist das schwerste, und es folgt dem blitze, der dein leib schon spalt'te. dies ruft dir segen, ruft dir sorgen ueber weite welten, meere. nimm an den anruf, tu sie auf, die tiefen der vergessnen meere. dies ist das gesetz der todessehnsucht, es gildet bald fuer jeden mensch, und dann doch nur fuer diesen einen: der im schleier nachts im hellen mondlicht steht.
sein ende wird es niemals geben. die aufhebung jedoch, die liegt bereits im tiefsten loch das du dir graben musst: es kennt dort keine grenzen, und das schwarze fließt mit dir, doch immer schon, auf weichen, samtnen, wolkenwogen.

 

ruh deine augen aus, um zu verstehn.

28.1.09 04:58
 


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